Im Fokus

Warum ich auf dem Höhepunkt von Rheine mit Kids einen Social Media Detox eingelegt habe

Zunächst einmal: Rheine mit Kids soll sich nicht um meine Person oder mein Kind drehen.

Jetzt, wo das gesagt ist: Social Media und das Verhalten der Follower haben mich irgendwie mürbe gemacht. Ich hatte immer das Gefühl, was Tolles in die (Internet-) Welt zu geben. Nützliches für andere Menschen, die in ihrem Leben vielleicht eine Bereicherung durch Rheine mit Kids haben. Auf welchem Level auch immer.

Das ging lange Zeit so gut!

In der Zeit, wo meine Tochter jünger war und ich Sachen so nebenbei abfotografieren konnte und es abends, wenn sie im Bett war, schnell (unglaublich müde und zum Teil lächerlich falsch geschrieben) ins Internet gehauen habe, war das alles easy. Es hat keinen gestört.

Jetzt, wo meine Tochter älter geworden ist und meine Aufmerksamkeit einfordert „Papa, guck mal“ ist das alles nicht mehr so easy. Ganz und gar nicht easy. Ich mache schnell ein paar Fotos und bin dann direkt wieder am Start, dachte ich mir. Aber meine Tochter sieht es so, wie es wirklich ist: Papa hat ständig das Handy in der Hand.

„Papa, nicht aufs Handy gucken!“

Boom

Dieser Satz ist wie ein kleiner Tod in meinem Geiste. Werde ich von meiner Tochter ermahnt, nicht aufs Handy zu gucken und im Hier und Jetzt zu sein? Jap, passiert. Gerade jetzt. Immer öfter. Und so will ich nicht weitermachen.

Vor Jahren habe ich mal zu nem Kumpel gesagt:
„Das Handy ist ein Tor zu einer anderen Welt, zu der dir deine Kinder nicht folgen können. Irgendwann ist es ein Tor zu einer anderen Welt, zu der du ihnen nicht mehr folgen kannst.“

Jetzt trifft mich dieser Satz mit voller Härte. Als hätte ich einen Uppercut von Mike Tyson abbekommen. Ich fange an, mich selber dabei zu ertappen, wie sich meine Einstellung zu Social Media verändert.

Früher hab ich gesagt:
„Wenn es nur 20 Leute erreicht bin ich zufrieden“ und das meine ich heute auch noch so! Wenn von den 20 Leuten aber nur einer auf Like drückt, dann fragt man sich irgendwann schon, was mit den Leuten los ist.

Wenn ich im Internet surfe, dann drücke ich auf „gefällt mir“, um den Machern zu zeigen, dass mir der Content gefällt oder ich einfach Respekt geben möchte. Meine Beiträge werden von durchschnittlich 1000-2000 Peoples gesehen. Wenn davon vielleicht 50 auf „Gefällt mir“ drücken, dann ist das schon viel.

Irgendwie fängt man an, sich zu fragen, für wen man das eigentlich macht. Für die Person, die ich selbst nicht sein will? Die vor ihrem Handy im Internet abhängt und auf Instagram gefangen ist? (Instagram öffnet externe Links in Instagram, schon bemerkt?) und einfach einen Betrag nach dem nächsten konsumiert. (Instagram verhindert, dass sich euer Handy sperrt, wenn ihr es weglegt und die App noch läuft.) Tue ich evtl. meinen Beitrag dazu, um die Leute auf einer Zeitfressenden Plattform zu halten?

Genau deswegen habe ich damals Rheine mit Kids auf eigene, unabhängige, Beine gestellt und eine eigene Website: www.rheinemitkids.de erschaffen. Ich möchte das mein Zeug mein Zeug bleibt. Ich will nicht irgendein Typ sein, der sich auf Social Media zur Schau stellt. Noch schlimmer: Der sein Kind zur Schau stellt.

Das ist auch der Grund, warum ich versuche so Geisterhaft wie möglich daherzukommen. Ich wurde jetzt bereits mehrmals erkannt, was mir irgendwie unangenehm war. Irgendwie cool, aber auch unangenehm.
Ich bin weiterhin irgendein Vater, der versucht, was Cooles auf die Beine zu stellen, um unser Umfeld ein wenig besser zu machen.

Irgendwann wollten immer mehr Leute, dass ich ihre Veranstaltungen poste:
Und ich hab das in 90% der Fälle immer sehr gern gemacht. Aber irgendwann kamen einfach irgendwelche Dullis an a‘la „Bild gesendet“ ohne Text etc.
Was soll ich denn mit dem Scheiß jetzt anfangen? Es ist wie bei Ebay Kleinanzeigen (Als Verkäufer ein schrecklicher Ort) wenn du mich anschreibst und nicht das Mindestmaß an Anstand und Respekt hast, wird aus uns beiden nix.

Kommerzielle Veranstalter wollen Rheine mit Kids als Werbeplattform nutzen und senden Anfragen.
Da wird dann Geld verdient, obwohl nur wenige Leute was gehört hätten ohne die Reichweite von Rheine mit Kids. Und da bekomme ich dann auch irgendwann nen Hals. Es sind nicht alle so und ich poste viele Sachen (auch von kommerziellen Anbietern) weil ich die cool finde! Aber jeden Scheiß, poste ich auch nicht.

Dann haben sich mehrmals Menschen, Ämter oder Firmen gemeldet, die zum Teil recht abstruse Forderungen hatten. So ist eine bekannte Marke für „Schmuddelwetter“ Jacken, von denen wir selbst mehrere Besitzen, über Anwälte an mich herangetreten, mit der Forderung bestimmte Artikel zu verändern, damit die Markenrechte gewahrt werden und die Marke nicht „verwässert“.
Und das von ner Firma die Regenkleidung herstellt – kannst dir nicht ausdenken.

Manche Menschen benutzen den Insta Posteingang als Meckerkasten und denken, ich könnte ihre Probleme regeln. Dann musste ich einen Artikel löschen, da mir sonst mit einem Strafverfahren gedroht wurde – seitens eines Amtes.

All das führte dann dazu, dass ich einfach nen Hals auf diese ganze Social Media Geschichte bekommen und für mich entschieden habe, eine Auszeit davon zu nehmen. Ich bin nicht auf der Suche nach Fame und irgendwie tut mir das gerade nicht gut. Bis sich das ändert, flieg ich erst einmal unterm Radar – zumindest auf Social Media.

Da ich direkt von einigen Leute gefragt wurde:
Ich bin nicht für immer weg von Social Media. Ich werde Rheine mit Kids noch eine Weile weiter machen. Vielleicht etwas anders als zuvor, aber besser.

Bis Bald
Robbe




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